Seltener Stör und komplexer Kaukasus

Seltener Stör und komplexer Kaukasus

Es ist Don­ners­tag­mit­tag. Ein eis­kal­ter, star­ker Wind weht mir ins Gesicht. Hin­ter mir ragen drei moder­ne Wol­ken­krat­zer in den Him­mel. Die Fas­sa­den sind aus schwar­zem Glas gefer­tigt. Eine Frau in Pelz­man­tel und ihr 10-jäh­ri­ger Sohn eilen die Trep­pen vom Gebäu­de hin­un­ter zu einem Taxi.

Etwas klei­nes Stück wei­ter befin­det sich ein klei­nes gel­bes Haus, das von Bäu­men umge­ben ist. Da wol­len wir hin. Der WWF Kau­ka­sus, der in drei Län­dern des Süd­kau­ka­sus – Arme­ni­en, Aser­bai­dschan und Geor­gi­en – arbei­tet, hat hier sein Büro. Wir haben einen Ter­min mit der WWF Kau­ka­sus-Schutz­be­auf­trag­ten Maka Bits­ad­ze. Als wir durch die Tür gehen, sehen wir ein­zel­ne Büros. Eine jun­ge Frau kommt auf uns zu und fragt, wie sie uns hel­fen kann. Ich tei­le ihr unser Anlie­gen mit. Nur weni­ge Minu­ten spä­ter kommt sie schon: Maka Bits­ad­ze. Sie hat ihr blon­des Haar streng zurück­ge­kämmt und zu einem Dutt zusam­men­ge­bun­den. Die gol­de­nen Ohr­rin­ge pas­sen zu den Rin­gen und der Hals­ket­te mit einem klei­nen Kreuz. Die Fin­ger­nä­gel sind in einem Sil­ber­ton lackiert. Wir fol­gen ihr an einem gro­ßen beleb­ten Aqua­ri­um vor­bei in einen klei­nen Kon­fe­renz­raum. Uns wer­den schwar­zer Tee und zwei klei­ne Kuchen ser­viert.

Nun kann das Inter­view begin­nen. Han­dy mit Dik­tier­funk­ti­on und Note­book lie­gen bereit. Maka ist eben­falls vor­be­rei­tet und öff­net auf die ers­te Fra­ge hin sofort ein auf­wen­dig gestal­te­tes Book­let. Die Schutz­ge­bie­te von Geor­gi­en sind zu sehen.

Sie erklärt uns, dass es in Geor­gi­en 88 Schutz­ge­bie­te gibt, die zusam­men etwa 8,5% der Gesamt­flä­che des Lan­des aus­ma­chen. Von die­sen Schutz­ge­bie­ten sind 11 Natio­nal­parks. Laut IUCN, der Inter­na­tio­na­len Uni­on zur Erhal­tung der Natur, gibt es ver­schie­de­ne Kate­go­ri­en von Schutz­ge­bie­ten, von sehr streng geschütz­ten (kein Mensch darf rein) bis hin zu einer Land­schaft, in der Men­schen leben und arbei­ten kön­nen.

Maka fügt zufrie­den hin­zu, dass „vor eini­gen Tagen unse­re neue Prä­si­den­tin (Salo­me Zura­bish­vi­li) ein neu­es Gesetz über die Erwei­te­rung des Kaz­be­gi-Natio­nal­parks unter­zeich­net hat“. Somit wer­den bald etwa 9% des geor­gi­schen Gebie­tes geschützt sein.

Der Hot Spot
Die Ein­zig­ar­tig­keit die­ser Schutz­ge­bie­te besteht dar­in, dass sie einen Quer­schnitt durch die viel­fäl­ti­ge geor­gi­sche Natur bie­ten. Geor­gi­en ist, so Maka, „ein rela­tiv klei­nes Land, hat aber eine hohe Viel­falt an Öko­sys­te­men“. Von einem Feucht­ge­biet am Schwar­zen Meer, einer Halb­wüs­te bis hin zu Berg­wäl­dern und Hoch­ebe­nen ist alles da. Geor­gi­en befin­det sich auch im kau­ka­si­schen Bio­di­ver­si­täts-Hot­spot. Das bedeu­tet, dass es vie­le Tier- und Pflan­zen­ar­ten gibt, die nur hier und nir­gend­wo sonst auf der Welt zu fin­den sind! Sie sind so genann­te ende­mi­sche Arten.

Bor­jo­mi Natio­nal­park

Kolk­he­ti Natio­nal­park, ©Natio­nal Parks of Geor­gia

Vashl­o­va­ni Natio­nal­park, ©WWF & Vaji­ko Kochia­sh­vi­li

Lagodekhi Stren­ges Natur­schutz­ge­biet, ©Agen­cy of Pro­tec­ted Are­as Geor­gia

Kolk­he­ti Natio­nal­park, ©Agen­cy of Pro­tec­ted Are­as Geor­gia

Ende­mi­sche Art Mer­ten­si­el­la cau­ca­si­ca, ©David Tarkhnish­vi­li

Ernen­nen – Ver­bes­sern – Mit­ein­be­zie­hen
Die wich­tigs­ten schutz­ge­biets­be­zo­ge­nen Akti­vi­tä­ten des WWF in der Regi­on sind die För­de­rung und Unter­stüt­zung der Regie­rung bei der Aus­wei­sung neu­er Schutz­ge­bie­te, die Ver­bes­se­rung ihres Manage­ments und die Ein­be­zie­hung der loka­len Bevöl­ke­rung. Maka arbei­tet der­zeit an der Aus­wei­sung eines neu­en Schutz­ge­bie­tes am Fluss Rio­ni, der sei­nen Ursprung im Kau­ka­sus hat und in das Schwar­ze Meer mün­det. Hier befin­det sich der letz­te Laich­platz des Störs in Geor­gi­en und der Regi­on des öst­li­chen Schwar­zen Mee­res.

Belu­ga (Huso-huso), ©A. Hartl

Rio­ni-Fluss von glo­ba­ler Bedeu­tung für den Stör­schutz
Stö­re sind so genann­te leben­de Fos­si­li­en und min­des­tens so alt wie Dino­sau­ri­er. Sie kön­nen über 100 Jah­re alt wer­den und über 1000kg wie­gen. Es gibt noch 27 Arten auf der Welt, von denen 23 bereits kurz vor dem Aus­ster­ben ste­hen oder stark gefähr­det sind. Das ist der schlech­tes­te Zustand aller Tier­ar­ten­grup­pen auf unse­rer Erde! Da der Rio­ni der ein­zi­ge Fluss am Schwar­zen Meer neben der Donau ist, in dem eine der Stör­ar­ten, der Huso huso, noch natür­lich laicht, ist er somit beson­ders wich­tig. Maka betont: „Der Fluss Rio­ni ist nicht nur von natio­na­ler oder regio­na­ler Bedeu­tung, son­dern auch von glo­ba­ler Bedeu­tung für den Stör­schutz.“

Fluss Rio­ni, ©M.Bitsadze

Gefähr­det durch Über­fi­schung und Infra­struk­tur
Aber war­um sind die­se fas­zi­nie­ren­den Fische über­haupt bedroht? Dafür gibt es zwei Haupt­grün­de:

1) Infra­struk­tur­pro­jek­te, u.a. von Was­ser­kraft­wer­ken an den Flüs­sen. Auf­grund der Däm­me kön­nen die Fische nicht mehr zu ihren Laich­plät­zen schwim­men und sich daher nicht ver­meh­ren.

2) Über­fi­schung, unter ande­rem auch für den Ver­kauf des Luxus­pro­dukts Kavi­ar (auch bekannt als Stör­laich).

Die gro­ße Mau­er
100 km von der Mün­dung des Rio­ni in das Schwar­ze Meer ent­fernt befin­det sich ein mehr als 40 Jah­re altes Was­ser­kraft­werk. Dadurch wird ver­hin­dert, dass der Stör wei­ter fluss­auf­wärts wan­dert. Das ist auch an der Donau ein Pro­blem.  Ein Inter­view mit Eri­ka Dorn vom Natio­nal­park Donau­au­en in Öster­reich gibt es  hier zu sehen.

Varts­ik­he Stau­damm, ©A. Guch­ma­nid­ze

Wil­de­rei ist ein gro­ßes The­ma„
Stö­re sind welt­weit bedroht und wer­den daher durch natio­na­le und inter­na­tio­na­le Geset­ze und Ver­ein­ba­run­gen geschützt. Dazu gehört auch ein abso­lu­tes Fang­ver­bot. Lei­der hal­ten sich eini­ge Fischer nicht dar­an und mutie­ren zu ille­ga­len Wil­de­rern. Mit einem erns­ten Ton stellt Maka klar, dass „Wil­de­rei ein gro­ßes The­ma ist“, zumal das Fische­rei­ver­bot nicht rich­tig umge­setzt wird.

Jun­ge Belugas (Huso huso) auf einem Stra­ßen­markt im Nor­den von Batu­mi, Geor­gia 2015 ©J. Frey­hof

Ein Schutz­sta­tus auf dem Papier, wie bereits erwähnt, bedeu­tet also nicht, dass die Stö­re wirk­lich geschützt sind. Und auch in einem Schutz­ge­biet ist der Schutz noch nicht gewähr­leis­tet, wes­halb der WWF zusam­men mit der Orga­ni­sa­ti­on FFI (Fau­na und Flo­ra Inter­na­tio­nal) loka­le Wär­ter ein­setzt, sobald das neue Schutz­ge­biet ein­ge­rich­tet ist. Hof­fen wir, dass der Stör in Zukunft ein gut geschütz­tes Laich­ge­biet und vie­le glück­li­che und gesun­de Kin­der haben wird!

Trai­ning für Gebiets­wäch­ter zur Straf­ver­fol­gung und Störiden­ti­fi­ka­ti­on, orga­ni­siert vom WWF-Kau­ka­sus, ©WWF Geor­gi­en

Neue Metho­dik am Rio­ni-Fluss getes­tet
Maka erzählt ger­ne die Geschich­te eines Feld­ver­suchs am Fluss Rio­ni. Der WWF Kau­ka­sus tes­te­te hier in enger Zusam­men­ar­beit mit Exper­ten aus den USA und Kana­da eine neue inte­grier­te Metho­dik, der akus­ti­schen Tele­me­trie. Ein hoch­auf­lö­sen­des Sei­ten­scan-Sonar wur­de zur Über­wa­chung der Stör­häu­fig­keit im Rio­ni-Fluss und dem angren­zen­den Mee­res­ge­biet ein­ge­setzt. In die­sem Video ist die­ses Pilot­pro­jekt genau­er erklärt.

Zusam­men­ar­beit mit dem Stör­ex­per­ten Archil Guch­ma­nid­ze, ©WWF Geor­gi­en

6 Län­der – vie­le Work­shops
Eine zwei­te wich­ti­ge Auf­ga­be, mit der Maka betraut ist, ist die Über­ar­bei­tung des Öko-Regio­nal­schutz­plans für den Kau­ka­sus vom Jahr 2012. Die­ser Plan zielt dar­auf ab, die Anstren­gun­gen für den Kau­ka­sus-Hot­spot für bio­lo­gi­sche Viel­falt zu bün­deln. Auf der Web­site des WWF basiert die ers­te Erstel­lung des Regio­nal­plans auf den fol­gen­den Erkennt­nis­sen: „Die rei­che Bio­di­ver­si­tät des Kau­ka­sus geht auf­grund von nicht nach­hal­ti­gem Holz­ein­schlag, Über­wei­dung und Wil­de­rei, Infra­struk­tur­aus­bau und Umwelt­ver­schmut­zung alar­mie­rend schnell ver­lo­ren. Lang­fris­ti­ge, auf Öko­re­gio­nen basie­ren­de Schutz­stra­te­gi­en sind erfor­der­lich, um die Zer­stö­rung zu stop­pen und den Schutz die­ses welt­weit wich­ti­gen Zen­trums der bio­lo­gi­schen Viel­falt zu gewähr­leis­ten. Der Öko­re­gio­na­le Natur­schutz­plan (ECP) trägt die­sem Bedürf­nis Rech­nung.“

Es ist eine Kunst„
Die Revi­si­on ist jedoch nicht so ein­fach, da sechs Län­der an die­sem Pro­jekt betei­ligt sind. Es fan­den meh­re­re Work­shops und Tref­fen auf natio­na­ler und regio­na­ler Ebe­ne statt. Rund 150 Exper­ten ver­schie­de­ner wis­sen­schaft­li­cher und nicht­staat­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen und Regie­run­gen aus Geor­gi­en, der Tür­kei, Aser­bai­dschan, dem Iran, Arme­ni­en und Russ­land sind betei­ligt – mit ande­ren Wor­ten, ein ziem­lich her­aus­for­dern­der Rah­men. Maka erklärt, dass die Arbeit in einem so viel­fäl­ti­gen Umfeld, auch auf per­sön­li­cher Ebe­ne, eine gro­ße Her­aus­for­de­rung ist. Sie sagt: „Es ist eine Kunst“ und viel Diplo­ma­tie ist not­wen­dig. Man muss dar­auf ach­ten, dass man nicht den gesam­ten Fort­schritt und die lang­fris­ti­gen Part­ner­schaf­ten aufs Spiel setzt.

Kar­te der Kau­ka­sus-Öko­re­gi­on, ©WWF Geor­gia

Maka weiß, wovon sie spricht, denn sie hat 6 Jah­ren im geor­gi­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­um gear­bei­tet. Danach brauch­te sie einen Tape­ten­wech­sel: „Sechs Jah­re sind zu lang, um für die Regie­rung zu arbei­ten“. Sie lacht herz­haft. So lan­ge die Posi­ti­on als Regie­rungs­ver­tre­ter zu ver­tre­ten sei nichts für sie.

Ich lie­be, was ich tue„
Jetzt ist sie bereits seit 12 Jah­ren beim WWF Kau­ka­sus: „Ich lie­be das, was ich tue, weil ich den Wert der Natur wirk­lich ver­ste­he und weiß, wie wich­tig sie für unse­re Zukunft ist“. Das ist, wie sie ihre Lei­den­schaft für den Natur­schutz auf­recht erhält. Und jetzt fließt ihre Lei­den­schaft vor allem in das Kau­ka­sus­pro­jekt.

Regio­na­ler Work­shop in Tif­lis, Geor­gi­en, im Dezem­ber 2018 mit rund 100 Teil­neh­mern aus Regie­run­gen, wis­sen­schaft­li­chen Insti­tu­tio­nen und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, ©WWF Geor­gi­en

Auch geo­gra­fisch gibt es eini­ge Unter­schie­de. Der Kau­ka­sus-Hot­spot für bio­lo­gi­sche Viel­falt umfasst Arme­ni­en, Aser­bai­dschan und Geor­gi­en sowie nur klei­ne Tei­le der Tür­kei, des Irans und Russ­lands. Maka betont, dass es schwie­rig ist, die Regie­run­gen an Bord zu holen, aber wenn das Gebiet „wich­tig für die Bio­di­ver­si­tät ist und der Erhal­tungs­wert hoch ist“, kann man das nicht igno­rie­ren. Den Öko­schutz­plan für alle Staa­ten ver­bind­lich zu machen, ist jedoch ein ganz ande­res Kali­ber: er wäre ziem­lich schwie­rig zu ver­ab­schie­ben, eigent­lich fast unmög­lich, erklärt Maka. In die­sem Punkt ver­misst Maka ein Merk­mal ihres frü­he­ren Regie­rungs­jobs: die Macht, eine Ent­schei­dung zu tref­fen. Jetzt braucht sie mehr Lob­by­ar­beit, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Krea­ti­vi­tät.

Die Finan­zie­rung ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung
Maka stellt fest, dass die Finan­zie­rung eine gro­ße Her­aus­for­de­rung ist. Der Kau­ka­sus-Öko­re­gio­nal­schutz­plan umfasst eine Viel­zahl von Schutz­maß­nah­men, und es ist wich­tig, „die­se Infor­ma­tio­nen in eine für die Geld­ge­ber ver­ständ­li­che Spra­che zu über­set­zen“. Sie nennt auch zwei Bei­spie­le für eine gute grenz­über­schrei­ten­de Zusam­men­ar­beit zwi­schen (i) Arme­ni­en und Geor­gi­en in den Schutz­ge­bie­ten Arpi und Javak­he­ti mit Schwer­punkt auf der Über­wa­chung von Vogel­ar­ten und (ii) Aser­bai­dschan-Geor­gi­en in den Schutz­ge­bie­ten Zaka­ta­la und Lagode­jhi mit Schwer­punkt auf der Über­wa­chung von Rot­wild (Cer­vus elaphus) und dem Ost­kau­ka­si­schen Stein­bock (Capra cyclind­ri­cor­nis). Bei die­sem Tier han­delt es sich um eine IUCN- bedroh­te Art mit maxi­mal 38.000 aus­ge­wach­se­nen Tie­ren – mit abneh­men­der Ten­denz. Nun kann der über­ar­bei­te­te Öko­re­gio­na­le Natur­schutz­plan für den Kau­ka­sus als „Ori­en­tie­rungs­hil­fe für Geber [.…] von Inves­ti­tio­nen und Finan­zie­run­gen“ für den Natur­schutz im Kau­ka­sus-Hot­spot Bio­di­ver­si­tät die­nen, so Maka.

Capra cylind­ri­cor­nis im Lagodekhi Schutz­ge­biet, ©Gior­gi Sula­ma­nid­ze

Tra­di­tio­nel­le Land­nut­zung
Die loka­le Bevöl­ke­rung wird bei der Ein­rich­tung neu­er Schutz­ge­bie­te z.B. wäh­rend des Pla­nungs­pro­zes­ses und bei der Erstel­lung eines Manage­ment­plans ein­be­zo­gen. Maka erklärt, dass dies ein sehr wich­ti­ger Bestand­teil ist, da „man auf ihre Inter­es­sen stößt“ und sie poten­zi­el­le Nut­zer natür­li­cher Res­sour­cen sind und in gewis­sem Maße von die­sen Res­sour­cen abhän­gig sind. Die loka­le Bevöl­ke­rung muss dar­über auf­ge­klärt wer­den, dass die „Schaf­fung eines neu­en Schutz­ge­bie­tes nicht bedeu­tet, dass man die Nut­zung aller natür­li­chen Res­sour­cen ver­bie­tet“. Zum Bei­spiel hat ein Natio­nal­park eine Zone mit tra­di­tio­nel­ler Nut­zung und die loka­le Bevöl­ke­rung kann die natür­li­chen Res­sour­cen aus die­sem Gebiet nach­hal­tig nut­zen, z.B. durch Fische­rei, Land- oder Forst­wirt­schaft.

Geplan­te Schutz­ge­bie­te
Für alle, die nach Geor­gi­en rei­sen und sich fra­gen, war­um es rie­si­ge Gebie­te gibt, die auf Online-Kar­ten als „geplan­te Natio­nal­parks“ gekenn­zeich­net sind, erklärt Maka, dass es Plä­ne und lau­fen­de Pro­jek­te zur Ein­rich­tung neu­er Schutz­ge­bie­te gibt. Die Natio­nal­parks in den Regio­nen Racha und Erus­he­ti kön­nen in etwa einem hal­ben Jahr ein­ge­weiht wer­den, und eine Mach­bar­keits­stu­die zur Ein­rich­tung des Same­gre­lo-Natio­nal­parks ist abge­schlos­sen – hof­fent­lich wird sei­ne Ein­rich­tung bald begin­nen. Außer­dem gibt es Plä­ne für die Ein­rich­tung eines neu­en Schutz­ge­biets in Sva­ne­ti (das wir defi­ni­tiv unter­stüt­zen, da wir die wun­der­schö­ne Natur dort gese­hen haben).

Fluss Nens­kra nahe des Dor­fes Chu­be­ri, Regi­on Sva­ne­ti

Kei­ne Kapa­zi­tä­ten – kei­ne Gren­zen
Da jedes Schutz­ge­biet einen Manage­ment­plan hat, woll­te ich wis­sen, ob es auch Ein­schrän­kun­gen für die Anzahl der Tou­ris­ten gibt. Maka stellt fest, dass „die Zahl der Tou­ris­ten in Geor­gi­en steigt“. Der WWF unter­stützt die Regie­rung und die Ver­wal­tung der Schutz­ge­bie­te bei der Erstel­lung von Tou­ris­mus­ma­nage­ment­plä­nen. Erst vor weni­gen Wochen hat­ten sie sogar eine Dis­kus­si­on im Umwelt­mi­nis­te­ri­um, in der sie dar­auf hin­wies, dass die­se Manage­ment­plä­ne kei­ne Infor­ma­tio­nen über die Tou­ris­ten-Kapa­zi­tä­ten der ein­zel­nen Schutz­ge­bie­te ent­hal­ten. Die Plä­ne für das Tou­ris­mus­ma­nage­ment waren stär­ker auf das Bran­ding aus­ge­rich­tet, sagt Maka. Aller­dings „pla­nen sie, dies (die Tou­ris­ten-Kapa­zi­tä­ten) auch ein­zu­bin­den“.

Wir sind fas­zi­niert von Makas Geschich­ten und haben bis­her nicht ein­mal dar­an gedacht, die zu Beginn des Inter­views ange­bo­te­nen Küch­lein zu pro­bie­ren. Wir machen ein letz­tes Foto von uns drei­en vor dem klei­nen gel­ben Gebäu­de. Mit einem posi­ti­ven Gefühl ver­ab­schie­den wir uns von Maka. Der Wind ist in der Zwi­schen­zeit stär­ker gewor­den. Wir freu­en uns nicht auf den Rück­weg ent­lang der drei Gebäu­de mit den rie­si­gen anony­men Glas­wän­den. Doch das Wis­sen, dass es Men­schen auf die­ser Welt gibt, die um die letz­ten Stö­re und ein gut geführ­ten Bio­di­ver­si­täts-Hot­spot kämp­fen, lässt das gel­be Gebäu­de neben der pom­pö­sen schwar­zen Tri­lo­gie des Wirt­schafts­wachs­tums erstrah­len.

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